Ping-Wert: Was ist gut und wie wird er besser?
Von Vathanakone Prakosay · aktualisiert am 20. Oktober 2026
Der Ping ist die kleinste Zahl im Speedtest und oft die wichtigste, wenn du spielst oder telefonierst. Er sagt dir, wie schnell deine Verbindung reagiert. Hier erfährst du, was der Ping-Wert bedeutet, welche Werte als gut gelten und was du tun kannst, wenn er zu hoch ist. Einen Überblick über alle Messwerte findest du auf der Hauptseite Speedtest.
Was bedeutet der Ping-Wert?
Beim Ping wird ein kleines Datenpaket an einen Server gesendet, und dein Gerät wartet auf die Antwort. Das dauert nur Bruchteile einer Sekunde. Die Zeit für den Hin- und Rückweg heißt Round Trip Time (RTT) und wird in Millisekunden (ms) angegeben. Eine Millisekunde ist eine tausendstel Sekunde. Je kleiner der Wert, desto kürzer ist die Reaktionszeit deiner Internetverbindung.
Oft fallen auch die Begriffe Latenz, Latenzzeit oder Latenzzeiten. Gemeint ist im Alltag dasselbe: die Verzögerung, bis ein Signal ankommt und beantwortet wird. Der Ping ist also ein Maß für die Latenz, nicht für die Geschwindigkeit in Mbit/s. Eine Leitung kann sehr viel Bandbreite haben und trotzdem träge reagieren.
So misst flinktest den Ping
flinktest schickt vor dem Download 20 kleine Anfragen nacheinander an das nächste Rechenzentrum von Cloudflare. Die erste Anfrage zum Verbindungsaufbau zählt nicht. Angezeigt wird der Median, also der mittlere Wert der 20 Messungen. Ausreißer verfälschen das Ergebnis so kaum. Aus denselben Messungen entsteht auch der Jitter, die Schwankung des Pings. Mehr dazu im Artikel Jitter.

Welcher Ping ist gut?
Eine amtliche Grenze für einen „guten“ Ping für Spiele gibt es nicht. Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte aus Ratgebern und Gaming-Foren:
- unter etwa 20 bis 30 ms: sehr gut, auch für schnelle Online-Spiele
- bis etwa 50 ms: für Surfen, Streaming und die meisten Spiele unproblematisch
- um 100 ms: bei schnellen Spielen spürbar, Videocalls laufen meist noch
- ab etwa 200 ms: deutliche Verzögerung, Gespräche überlappen sich
Für Streaming und Downloads ist der Ping fast egal, weil dort Puffer die Verzögerung ausgleichen. Bei jeder Anwendung in Echtzeit, etwa Online-Gaming, Videokonferenzen oder Internet-Telefonie zählt dagegen jede Millisekunde. Welche Werte insgesamt als normal gelten, fasst Guter Speedtest-Wert zusammen.
Was beeinflusst den Ping?
Mehrere Einflussfaktoren wirken zusammen:
- Technik des Anschlusses: Glasfaser hat meist die niedrigsten Werte, DSL und Kabel liegen oft etwas höher, Mobilfunk (LTE, 5G) schwankt stärker.
- WLAN statt Kabel: Funk fügt Verzögerung hinzu und lässt den Ping springen, besonders bei vielen Geräten im Netz.
- Entfernung des Servers: Je größer die Distanz zum Server, desto länger der Weg. Ein Spielserver auf einem anderen Kontinent bringt immer einen höheren Ping.
- Auslastung: Laufen im Heimnetz Downloads, Updates oder Uploads, stehen deine Spieldaten in der Warteschlange. Der Ping steigt, obwohl die Leitung schnell ist.
- Router: Ein überlasteter oder veralteter Router verzögert Datenpakete zusätzlich.

Wie bekommst du einen besseren Ping?
Viele Verbesserungen kosten nichts:
- Verbinde PC oder Konsole per LAN-Kabel mit dem Router.
- Pausiere große Downloads, Cloud-Backups und Updates, während du spielst oder telefonierst.
- Wähle im Spiel einen Server in deiner Nähe.
- Starte den Router neu, wenn der Ping plötzlich höher ist als sonst.
- Nutze im Router eine Priorisierung (QoS), falls er das anbietet, und gib dem Spielgerät Vorrang.
Hilft das alles nicht, lohnt ein Blick auf das WLAN im Allgemeinen. Tipps dazu stehen unter WLAN langsam.
Warum der Ping im Spiel anders ist als im Speedtest
Viele wundern sich: Der Speedtest zeigt 15 ms, das Spiel aber 40 ms. Beides kann stimmen. Der Speedtest misst zum nächsten Messserver, oft ganz in deiner Nähe. Das Spiel misst zu seinem eigenen Server, der vielleicht in einem anderen Land steht. Manche Spiele zählen außerdem die Verarbeitungszeit auf dem Server mit. Der Wert im Speedtest zeigt also, wie gut deine Leitung reagiert. Im Spiel siehst du dagegen, wie gut der ganze Weg bis zum Spielserver ist.
Auch die Messart unterscheidet sich. Ein Speedtest bildet meist einen Mittelwert oder Median aus vielen Messungen. Spiele zeigen dagegen oft den aktuellen Wert, der in jeder Sekunde neu springt. Schwankt er stark, ist eher der Jitter das Problem als der Ping selbst.
Ping messen: so geht es selbst
Neben einem Speedtest kannst du den Ping auch direkt am Rechner prüfen. Unter Windows öffnest du die Eingabeaufforderung und gibst „ping“ gefolgt von einer Adresse ein. Das Programm sendet vier Pakete per ICMP und zeigt die Zeit in Millisekunden sowie einen Mittelwert. Ein Ping-Test zu deinem Router zeigt, ob schon im Heimnetz Verzögerung entsteht. Zu einer Adresse im Internet gemessen, zeigt er den ganzen Weg. Beachte: Manche Server beantworten solche Anfragen nicht oder nur verzögert, das Ergebnis ist dann wenig aussagekräftig.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Ping-Wert?
Er gibt an, wie viele Millisekunden ein Datenpaket zum Server und zurück braucht. Kleiner ist besser.
Ist ein Ping von 14 ms gut?
Ja. Nach gängigen Erfahrungswerten ist das ein sehr guter Wert, auch für schnelle Online-Spiele.
Wie bekomme ich einen besseren Ping?
LAN-Kabel statt WLAN, keine parallelen Downloads, ein Server in der Nähe und bei Bedarf ein Router-Neustart helfen am meisten.
Was ist der Unterschied zwischen Ping und Latenz?
Im Alltag meinen beide dasselbe. Der Ping ist die gemessene Latenz für den Hin- und Rückweg.
Warum ist mein Ping im WLAN höher?
Funk braucht zusätzliche Zeit, und Störungen führen zu wiederholten Datenpaketen. Per Kabel ist der Ping meist niedriger und stabiler.
Quellen
- Wikipedia: Ping (Datenübertragung), abgerufen am 20.10.2026
- flinktest: Messverfahren Ping (20 Messungen, Median), Stand Oktober 2026
- Ping-Richtwerte für Spiele: Erfahrungswerte, keine amtliche Vorgabe