Breitbandmessung: So funktioniert die Messung
Von Vathanakone Prakosay · aktualisiert am 20. Oktober 2026
Die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur ist der bekannteste Weg, die eigene Internetgeschwindigkeit nach festen Regeln zu messen. Sie unterscheidet sich deutlich von einem schnellen Speedtest im Browser: Es gibt eine Desktop-App, strenge Vorgaben zum Aufbau und eine Messkampagne über mehrere Tage. Hier erfährst du, wie die Messung funktioniert und worauf du achten musst. Wie ein normaler Speedtest arbeitet, erklärt die Hauptseite Speedtest.
Ein Online-Speedtest ist keine amtliche Messung. Amtliche Messungen bietet die Bundesnetzagentur unter breitbandmessung.de an.
Welche Wege zur Breitbandmessung gibt es?
Auf breitbandmessung.de gibt es zwei Arten zu messen. Die Browsermessung läuft direkt im Browser und dauert laut Bundesnetzagentur etwa 40 Sekunden. Sie misst die Verbindung deines Endgeräts zu Messservern im Internet. Die Bundesnetzagentur weist selbst darauf hin, dass du damit nur die aktuelle Datenübertragungsrate im Browser misst, die unter Umständen nicht der tatsächlichen Rate deines Internetzugangs entspricht.
Für die tatsächliche Datenübertragungsrate empfiehlt die Bundesnetzagentur die Desktop-App. Sie gibt es für Windows ab Version 10, für macOS ab Version 11 und für Linux, etwa Ubuntu ab 18.04 und Debian ab 8. Eine Einzelmessung der App zeigt Download, Upload und Laufzeit.

Aufbau der Messung: Kabel statt WLAN
Die Desktop-App stellt klare Anforderungen an den Aufbau. Dazu schreibt die Bundesnetzagentur: „Schließen Sie Ihren PC bei einer Messung bitte direkt mit einem LAN-Kabel am Router an.“ Außerdem sollst du die WLAN-Verbindung am Endgerät deaktivieren. Für die Messkampagne sind ausschließlich Messungen über eine kabelgebundene Verbindung zulässig. Die App prüft vor der Messung automatisch, ob das WLAN aus ist, und unterbindet die Messung gegebenenfalls.
Wichtig ist auch, dass während der Messung kein paralleler Datenverkehr läuft, weder am messenden Rechner noch auf anderen Geräten im lokalen Netz. Die Bundesnetzagentur empfiehlt deshalb, auch das WLAN am Router abzuschalten und weitere LAN-Verbindungen zu trennen. Warum WLAN und Hintergrund-Downloads die Werte so stark beeinflussen, erklärt der Artikel Speedtest zeigt falsche Werte.
Wie läuft die Messkampagne ab?
Die Messkampagne umfasst 30 Messungen an drei Kalendertagen mit der Desktop-App. Neben Einzelmessungen bietet die App diese Messkampagne an. Dafür gelten feste Regeln, die auf breitbandmessung.de stehen (abgerufen am 20.10.2026):
- „Insgesamt sind hierbei 30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen durchzuführen.“
- An jedem der drei Messtage sind jeweils 10 Messungen durchzuführen.
- „Zwischen den einzelnen Messtagen muss jeweils ein zeitlicher Abstand von mindestens einem Kalendertag liegen.“
- „Die drei Messtage müssen innerhalb eines Zeitraums von maximal 14 Kalendertagen liegen.“
- Zwischen der fünften und sechsten Messung eines Messtages ist ein Abstand von mindestens drei Stunden einzuhalten, zwischen allen anderen Messungen mindestens 5 Minuten.
Die Regeln sorgen dafür, dass die Messungen über verschiedene Tage und Tageszeiten verteilt sind. Einzelne Ausreißer verlieren dadurch an Gewicht. Am Ende einer Messkampagne erstellt die App ein Messprotokoll mit allen Ergebnissen.

Breitbandmessung und flinktest im Vergleich
flinktest ist ein schneller Online-Speedtest: ein Klick, höchstens 15 Sekunden, Messung zum nächsten Rechenzentrum von Cloudflare. Er eignet sich, um schnell zu prüfen, ob das Internet gerade normal läuft, um WLAN und Kabel zu vergleichen oder um Ping und Jitter vor einem Videocall zu kennen. Die Breitbandmessung arbeitet mit eigener Software, festen Regeln für den Aufbau und einer Messkampagne über mehrere Tage. Für eine systematische Messung über längere Zeit ist sie der passende Weg.
Bevor du eine Messkampagne startest, lohnt ein Blick auf die häufigsten Ursachen für langsames Internet im eigenen Heimnetz. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Artikel Internet zu langsam.
Der Jahresbericht der Breitbandmessung
Aus den Messungen der Nutzer erstellt die Bundesnetzagentur jedes Jahr einen Bericht. Der zehnte Jahresbericht vom Juni 2026 umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025. Im Festnetz erhielten 85,9 Prozent der messenden Nutzer mindestens die Hälfte der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate im Download, 45,9 Prozent die volle Rate oder mehr. Berücksichtigt wurden 184.452 Festnetz- und 766.838 Mobilfunk-Messungen. Der Bericht beruht allein auf den Messungen der App-Nutzer und nicht auf einer repräsentativen Stichprobe.
Häufige Fragen
Wie viele Messungen braucht eine Messkampagne?
30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen, jeweils 10 pro Tag.
Warum muss ich per LAN-Kabel messen?
WLAN verfälscht die Werte durch Funkstörungen und andere Geräte. Die Messkampagne lässt deshalb nur kabelgebundene Messungen zu.
Was ist der Unterschied zwischen Browsermessung und Desktop-App?
Die Browsermessung zeigt die aktuelle Rate im Browser. Laut Bundesnetzagentur misst die Desktop-App die tatsächliche Rate deines Internetzugangs und bietet die Messkampagne.
Für welche Systeme gibt es die Desktop-App?
Für Windows ab Version 10, macOS ab Version 11 und Linux, zum Beispiel Ubuntu ab 18.04 und Debian ab 8.
Warum wird eine Messung abgelehnt, wenn WLAN an ist?
Die App prüft vor jeder Messung den Status des WLANs. Ist es aktiv, wird die Messung im Rahmen der Messkampagne unterbunden.
Quellen
- breitbandmessung.de: Desktop-App, abgerufen am 20.10.2026
- breitbandmessung.de: Fragen und Antworten, abgerufen am 20.10.2026
- Bundesnetzagentur: Pressemitteilung zum zehnten Jahresbericht der Breitbandmessung, 18.06.2026